17.10.2026

Ehrungsabend der Feuerwehr

Ein Abend voller Anerkennung und Dank

Ein Abend des Dankes, der Wertschätzung und der Gemeinschaft: Beim Ehrungsabend der Feuerwehr Illingen in der Illipse standen die Menschen im Mittelpunkt, die sich tagtäglich ehrenamtlich für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Neben zahlreichen Beförderungen und Ehrungen für langjährigen Feuerwehrdienst bildete eine besondere Ehrung von Holger Keller den Höhepunkt des Abends.

Bürgermeister Andreas Hübgen stellte die Bedeutung der Feuerwehr für die gesamte Gemeinde heraus. Mit rund 270 aktiven Feuerwehrangehörigen, 75 Mitgliedern der Alterswehr und 88 Angehörigen der Jugendfeuerwehr verfüge Illingen über eine starke und engagierte Feuerwehrgemeinschaft. Besonders hob Hübgen die kontinuierliche Nachwuchsarbeit hervor. Gerade in Zeiten von Ganztagsschulen und vielfältigen Freizeitangeboten sei es keine Selbstverständlichkeit, junge Menschen dauerhaft für das Ehrenamt zu begeistern. Sein Dank galt daher ausdrücklich allen, die sich in der Jugend- und Kinderfeuerwehr engagieren. Seit dem vergangenen Ehrungsabend wurden 208 Einsätze und Hilfeleistungen bewältigt. Hinzu kommen unzählige Stunden für Übungen, Ausbildungen, Lehrgänge und die Nachbereitung der Einsätze. Doch die Feuerwehr leiste noch weit mehr: Ob bei Dorffesten, Vereinsveranstaltungen, Martinsumzügen, Faschingsveranstaltungen oder Brandsicherheitswachen. Ohne die Unterstützung der Feuerwehr wären viele Veranstaltungen kaum noch durchführbar. „Ich bin stolz auf unsere Wehr, die nicht nur für Sicherheit, sondern auch für den Zusammenhalt in unserer Gemeinde einsteht“, betonte Hübgen.

Ein besonderer Schwerpunkt seiner Rede war der große Waldbrand im Hosterwald im August. Mehr als 1.000 Einsatzkräfte waren über mehrere Tage hinweg im Einsatz. Viele Illinger Feuerwehrangehörige hatten zuvor bereits bei einem Waldbrand in Ottweiler geholfen. Hübgen erinnerte dabei nicht nur an die außergewöhnlichen Leistungen der Einsatzkräfte, sondern auch an die überwältigende Unterstützung aus der Bevölkerung.

„Diese Lage hat uns klar aufgezeigt, wie wichtig auch der Zusammenhalt ist: innerhalb unserer Wehr, unter den Hilfsorganisationen insgesamt, aber auch in der Gesellschaft“, erklärte der Bürgermeister. Menschen hätten Getränke und Verpflegung gebracht, spontan Hilfe angeboten und damit eindrucksvoll gezeigt, dass Solidarität und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gemeinde gelebt werden. Der Einsatz habe bewiesen, dass die Gesellschaft funktioniere, wenn es darauf ankomme, und dass Menschen unabhängig von Herkunft, Alter oder persönlichen Lebensumständen füreinander einstehen. Gleichzeitig machte Hübgen deutlich, dass sich die Feuerwehr auf veränderte Herausforderungen einstellen müsse. Das Pfingsthochwasser und der Waldbrand hätten gezeigt, welche Auswirkungen extreme Wetterereignisse bereits heute haben. Übungen, Einsatzabläufe und Ausrüstung müssten deshalb kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Neben dem Rückblick auf die vergangenen Monate richtete Bürgermeister Hübgen den Blick auf die laufenden Projekte und die damit verbundenen Investitionen in die Zukunft. Beim Neubau des Feuerwehrgerätehauses Illingen konnte vor wenigen Wochen Richtfest gefeiert werden. Der Innenausbau steht unmittelbar bevor. Die Bauarbeiten liegen nach Angaben des Bürgermeisters so gut im Zeitplan, dass das Feuerwehrfest 2027 bereits am neuen Standort in der Industriestraße stattfinden soll. Auch für den Löschbezirk Ost gibt es erfreuliche Nachrichten: Der Bauantrag für das neue Feuerwehrgerätehaus ist eingereicht. Bei entsprechend zügiger Genehmigung könnten im Frühjahr 2027 die ersten Bauarbeiten beginnen. Darüber hinaus berichtete Hübgen über die Fortschritte bei der Fahrzeugbeschaffung. Das Katastrophenschutz-Spezialfahrzeug HX60 konnte inzwischen vom Landkreis Neunkirchen übernommen werden. Beim geplanten Löschfahrzeug für den Löschbezirk Ost ist die Beladeplanung weit fortgeschritten, sodass der Baubeginn des Fahrzeugs im Frühjahr 2027 vorgesehen ist. Hübgen dankte insbesondere der Wehrführung, den Löschbezirksführungen, der Verwaltung und den Planungsbeteiligten für die intensive Zusammenarbeit. „Im Ergebnis führt es dazu, dass die Gemeinde Illingen in Zukunft von zwei modernen und auch vollständig auf die Bedürfnisse einer modernen Feuerwehr abgestimmten Gerätehäuser profitieren wird“, so Hübgen. Diese Investitionen dienten nicht allein der Feuerwehr, sondern vor allem der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Abschließend dankte der Bürgermeister auch den Familien und Angehörigen, die den Feuerwehrleuten den Rücken freihalten und häufig auf gemeinsame Zeit verzichten müssen.

Mit einer emotionalen und zugleich sehr persönlichen Ansprache richtete sich der stellvertretende Wehrführer Mario Laux an die Kameradinnen und Kameraden. Er machte deutlich, dass die Stärke der Feuerwehr Illingen nicht allein an Fahrzeugen, Technik oder modernen Gerätehäusern gemessen werden könne. Entscheidend seien vielmehr die Menschen, die dahinterstehen. „Eine unfassbar starke Gemeinschaft. Kameradinnen und Kameraden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, beschrieb Laux das, was die Feuerwehr Illingen ausmache. Besonders eindrucksvoll erinnerte er an die Herausforderungen während der „Waldbrandwoche“. Bereits vor dem großen Einsatz im Hosterwald waren Illinger Feuerwehrkräfte bei einem Waldbrand in Ottweiler gefordert. Es folgten weitere Belastungen, bevor der außergewöhnlich aufwendige Einsatz im Hosterwald begann. Schwieriges Gelände, eine über mehrere Kilometer aufgebaute Wasserversorgung, lange Einsatzzeiten und ständig neue Herausforderungen hätten den Einsatzkräften alles abverlangt. Gleichzeitig musste der reguläre Brandschutz in der Gemeinde sichergestellt werden. Auch nach dem Ende der Löscharbeiten waren zahlreiche Kräfte noch mit Reinigung, Wartung und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft beschäftigt. „Chapeau vor dieser Leistung“, erklärte Laux und würdigte damit ausdrücklich alle Beteiligten – auch diejenigen, deren Arbeit abseits des eigentlichen Brandgeschehens weniger sichtbar gewesen sei. Darüber hinaus erinnerte er an die vielen Tätigkeiten, die außerhalb von Einsätzen geleistet werden: Ausbildung und Fortbildung, Nachwuchsarbeit, Geräte- und Kleiderwartung, Brandschutzerziehung, Pressearbeit, Digitalisierung, Gremienarbeit und die Mitwirkung bei der Planung der neuen Feuerwehrgerätehäuser. Viele dieser ehrenamtlichen Stunden würden in keiner Statistik vollständig erfasst. „Ich bin unfassbar stolz auf euch, was ihr leistet. Macht bitte genau weiter so, mit genauso viel Herz, wie ihr das jetzt macht“, appellierte Laux an die Mannschaft. Mit einem besonders deutlichen Bekenntnis zur Feuerwehr beendete er seine Ansprache: „Wir haben eine verdammt geile und verdammt starke Feuerwehr Illingen.“ Und weiter: „Ich stehe mit 112 Prozent Herzblut hinter der Feuerwehr Illingen und dafür kämpfe ich auch.“

Auch Brandinspekteur Michael Sieslack stellte in seinem Grußwort die Menschen hinter dem Feuerwehrdienst in den Mittelpunkt. Trotz aller technischen Entwicklungen bleibe der eigentliche Auftrag unverändert: Menschen helfen, Leben retten und füreinander einstehen. „Der Kern unserer Arbeit und unseres inneren Antriebes ist und bleibt der Mensch“, betonte Sieslack. Die Ehrungen seien deshalb nicht nur Anerkennung für zurückliegende Leistungen, sondern zugleich Ansporn, auch künftig Verantwortung zu übernehmen.

Holger Keller, Präsident des Kreisfeuerwehrverbandes, berichtete über die vielfältige Arbeit des Verbandes und dessen Fachausschüsse. Zugleich dankte er den Feuerwehrangehörigen für ihren Einsatz, insbesondere während des Waldbrandes. Ein persönlicher Dank galt Bürgermeister Andreas Hübgen für die Fortschritte bei Fahrzeugbeschaffungen und Gerätehausprojekten. Keller, der sich selbst über viele Jahre für den Neubau eines Gerätehauses im Löschbezirk Ost eingesetzt hatte, würdigte dabei besonders die gute Zusammenarbeit und die konkreten Fortschritte bei diesem lang erwarteten Projekt.


Deutsches Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber für Holger Keller
 

Eine besondere Überraschung und zugleich der Höhepunkt des Ehrungsabends war die Auszeichnung von Holger Keller mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. Der Deutsche Feuerwehrverband würdigte damit seine hervorragenden Leistungen und sein langjähriges Engagement für das Feuerwehrwesen.

Keller trat ursprünglich als Quereinsteiger in den Löschbezirk Hirzweiler ein und übernahm früh Verantwortung. Er engagierte sich zunächst in der Jugendarbeit, qualifizierte sich zum Atemschutzausbilder und übernahm die Leitung des Atemschutzwesens in der Gemeinde Illingen. Dabei setzte er sich insbesondere für die Weiterentwicklung der Ausbildung, der Gerätebereitstellung und der Atemschutzwerkstatt ein. Von 2007 bis 2011 war er stellvertretender Löschbezirksführer in Hirzweiler, anschließend bis 2013 Löschbezirksführer. Nach der Zusammenlegung der Löschbezirke Hirzweiler und Hüttigweiler im Jahr 2013 übernahm er die Führung des neu entstandenen Löschbezirks Ost. Dieses Amt übte er über zwei Amtszeiten bis 2025 aus. In dieser Zeit setzte er sich besonders für die Weiterentwicklung der Einsatzfähigkeit, die Beschaffung moderner Fahrzeuge und die Förderung der Mannschaft ein. Auch die Planungen für einen neuen Gerätehausstandort begleitete er über viele Jahre hinweg. Dabei brachte er nicht nur seine Erfahrung aus dem Feuerwehrdienst, sondern auch seine beruflichen Fachkenntnisse als Kfz-Meister ein.  Darüber hinaus engagiert sich Keller seit Langem auf Verbandsebene. Er war Kassierer des Kreisfeuerwehrverbandes und im März dieses Jahres wurde er zu dessen Präsidenten gewählt und übernahm damit zusätzliche Verantwortung für die Interessen der Feuerwehren auf Kreisebene. Mit der Verleihung des Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuzes in Silber wurde sein außergewöhnlicher Einsatz auf örtlicher und überörtlicher Ebene gewürdigt. In der Verleihungsurkunde heißt es: „Der Deutsche Feuerwehrverband verleiht in Würdigung hervorragender Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens dem Hauptbrandmeister Holger Keller das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.“


Ehrungen und Beförderungen
 

Neben dieser besonderen Auszeichnung wurden zahlreiche weitere Feuerwehrangehörige für ihre Leistungen und ihre langjährige Verbundenheit mit der Feuerwehr gewürdigt. Einen wichtigen Schritt in ihrer Feuerwehrlaufbahn machten Jonas Sturm, Merle Martin, Jan Recktenwald, Lennard Bonner, Julian Klein, Ben Erdel, Niklas Schön, Marius Brill, Sebastian Müller, Lea Recktenwald und Simon Dittke. Sie wurden aus der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst übernommen.

Im Rahmen der anschließenden Beförderungen wurden Brooke Cooper, Lars Ehrlich, Leon Huber, Joshua Hoffmann, Mika Wilhelm, Dennis Müller, Florian Bär, Julian Jochum, Jayden Eckert, Mikael Ziegler und Felix Witzorky zur Feuerwehrfrau beziehungsweise zum Feuerwehrmann befördert. Über die Beförderung zur Oberfeuerwehrfrau beziehungsweise zum Oberfeuerwehrmann durften sich Joseph Schwarz, Maximilian Mrosek, Marc-Lukas Schäfer und Tobias Neu freuen.

Zu Löschmeistern wurden Jan Geisinger und Jasmin Thom befördert. Den Dienstgrad Oberlöschmeister erhielten Jannis Rothbrust, Harald Fey, Jürgen Müller, Carsten Klein, Marco Martin und Wolfgang Bauer. Kai Schäfer, Tobias Marx und Sascha Kausch wurden zu Brandmeistern ernannt. Über die Beförderung zum Oberbrandmeister freuten sich Florian Land, Bernhard Schmitt, David Gottschalk, Christian Kreutzer und Simon Krämer.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Abends waren die Ehrungen für langjährige Treue und Verdienste im Feuerwehrdienst. Für 20 Jahre Feuerwehrdienst wurden Sandra Laux, Benjamin Bauer, Andreas Gilla, Marvin Schmitt und Erik Maul ausgezeichnet. Bereits seit 40 Jahren gehören Jörg Nauerz und Holger Recktenwald der Feuerwehr an. Auf ein halbes Jahrhundert, 50 Jahre, Feuerwehrdienst können Alfred Rullof und Hans Meiser zurückblicken. Für beeindruckende 60 Jahre Feuerwehrdienst wurden Arno Woll, Werner Thom und Gerhard Groß geehrt.

Weitere Auszeichnungen erfolgten durch den Feuerwehrverband: Jan Marziglot wurde für 25 Jahre und Thomas Wagner sowie David Gottschalk für jeweils 35 Jahre Feuerwehrdienst gewürdigt. Franz Scherschel stand zudem für eine besondere Ehrung anlässlich seiner 65-jährigen Feuerwehrzugehörigkeit auf der Ehrungsliste.

Die zahlreichen Beförderungen und Ehrungen machten deutlich, wie vielfältig das Engagement innerhalb der Feuerwehr Illingen ist. Von jungen Nachwuchskräften, die gerade erst in den aktiven Dienst wechseln, bis hin zu langjährigen Mitgliedern, die der Feuerwehr seit mehreren Jahrzehnten verbunden sind, vereint die Feuerwehr Menschen unterschiedlicher Generationen. Sie alle leisten ihren Beitrag zu einer starken Gemeinschaft und zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.

Nach dem offiziellen Teil mit den Ansprachen, Beförderungen und Ehrungen klang der Abend in geselliger Runde aus. Bei gemeinsamem Essen, Getränken und zahlreichen Gesprächen blieb viel Zeit für den persönlichen Austausch zwischen den Feuerwehrangehörigen, ihren Familien und den Gästen. Damit wurde der Ehrungsabend auch zu einem Ausdruck dessen, was in den Ansprachen immer wieder betont wurde: Die Feuerwehr Illingen lebt nicht allein vom Einsatzdienst, sondern vor allem von Gemeinschaft, Kameradschaft und gegenseitigem Vertrauen.