Auszug - Natur- und Artenschutz in öffentlichen Grünanlagen im Ortsteil Welschbach  

Sitzung des Ortsrates Welschbach
TOP: Ö 3
Gremium: Ortsrat Welschbach Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 29.03.2021 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 21:40 Anlass: Sitzung
Raum: Welschbachhalle
Ort:
5.0/137/2021 Natur- und Artenschutz in öffentlichen Grünanlagen im Ortsteil Welschbach
     
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Verfasser:David Johann Christian Nagel
Federführend:5 Wirtschaft, Umwelt und Entwicklung Bearbeiter/-in: Schledorn, Ruth
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

 

 

Der Ausschuss für Umwelt, Planen, Bauen hat in der Sitzung am 25. Februar 2021 ein neues Handlungskonzept für die Pflege der innerörtlichen Grünflächen beschlossen. Hintergrund dieses Handlungskonzeptes ist das dramatische Insektensterben der vergangenen Jahre. Die Verwaltung will gezielt mit Biotop- und Artenschutzmaßnahmen auf innerörtlichen Wiesen- und Rasenflächen schwerpunktmäßig Insekten schützen und eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt erhalten und fördern.

 

Gemeindebeschäftigte Nagel geht in ihrem Beamer-Vortrag zunächst auf das Thema Insektensterben ein. Sie informiert, dass der Rückgang der Insekten in den vergangenen Jahren gravierende Ausmaße angenommen habe, weshalb ein schnelles Gegensteuern notwendig und sehr wichtig sei. Anhand eines Kurzfilmes verdeutlicht sie, dass nach einer Studie der Universität Krefeld in den letzten 25 Jahren der Bestand der Insekten nicht nur deutschland-, sondern weltweit um 75 % zurückgegangen sei. 40 % der Fluginsekten seien sogar vom Aussterben bedroht. Als Ursachen hierfür seien der Klimawandel, Begradigung von Flüssen und einhergehende Lebensraumveränderung in Flussauen und Feuchtgebieten, zunehmende Urbanisierung mit der einhergehenden Flächenversiegelung und der Verlust von Lebensräumen durch Entwaldung zu nennen. Den größten Einfluss habe allerdings die Intensivierung in der Landwirtschaft mit all den negativen Begleiterscheinungen wie Einsatz von Insektiziden, Düngemitteln und der Intensivierung des Grünlandes. Im Zeitraum von 1990 bis 2013 seien zum einen in Deutschland 16 % des Grünlandes verloren gegangen. Zum anderen habe der Anteil an artenreichen, extensiv bewirtschafteten Wiesen, die einen Hauptlebensraum vieler Insektenarten darstellten, stark abgenommen. Das Insektensterben habe nicht nur dramatische Auswirkungen auf den Naturhaushalt, sondern auch auf uns Menschen. 75 % unserer Kulturpflanzen werden von Insekten bestäubt.

 

Im Anschluss an den Film erläutert Gemeindebeschäftigte Nagel die Vorgehensweise der Verwaltung bei der Erstellung eines insektenfreundlichen Pflegekonzepts für die innerörtlichen Rasen- und Wiesenflächen. Nach einer Bestandsaufnahme seien die hierfür in Frage kommenden Rasen- und Wiesenflächen zusammengestellt und eine Gesamtfläche von 25.000 m² ermittelt worden. Für die Zukunft sei beabsichtigt, eine Fläche von 4.000 m² weterhin über den Baubetriebshof und eine Fläche von 21.000 m² von einer Fremdfirma pflegen zu lassen, die über die nötigen Gerätschaften verfüge. Zukünftig sollten die Flächen mit einem Balkenmäher mit einer Schnitthöhe zwischen 10-12 cm gemäht werden. Der Balkenmäher schneide die Pflanzen, was zum einen das Nachwachsen begünstige. Zum anderen würden keine Insekten wie beim Kreiselmäher angesaugt und getötet. Auf den Flächen sollten nur noch 1-2 Mähgänge pro Jahr durchgeführt werden. Durch das schonende Abräumen des Schnittguts würden die Flächen ausgemagert, was wiederum die Artenvielfalt begünstige. Auf größeren Flächen solle zeitlich versetzt gemäht werden, da es wichtig sei, dass auch Altgrasstreifen stehen blieben. Diese dienten den Insekten und Amphibien als Rückzugsorte, wenn der Rest der Fläche gemäht worden sei. Durch die Vergabe an eine Fremdfirma werde der Baubetriebshof entlastet, und es müssen keine Spezialgeräte angeschafft werden.

 

Folgende Flächen sind für Welschbach vorgesehen:

 

  • Ortseingang Welschbach von Stennweiler kommend: Wiesenfläche bei Spielplatz. Die Fläche soll 2 x im Jahr gemäht und ausgemagert werden. Ausgenommen ist der Spielplatz, der weiterhin regelmäßig gemäht wird. Ebenso die Wege wie auch die Fläche um die Cortenstahlfigur.

 

Seitens der Verwaltung ergehe zusätzlich der Appell an die Privatleute durch eine naturnahe Umgestaltung der Gärten und Vorgärten einen ergänzenden Beitrag für die heimische Insektenwelt zu leisten.

 

Gemeindebeschäftigte Nagel bittet die Ortsratsmitglieder, weitere Vorschläge für mögliche Flächen an die Verwaltung weiterzugeben. Diese würde dann überprüfen, ob die genannten Flächen für das Projekt in Frage kämen.


Beschluss:

 

Der Ortsrat Welschbach stimmt der Umsetzung dieses Pflegekonzeptes auf den innerörtlichen Grünflächen von Welschbach zu.


Abstimmungsergebnis: einstimmig