Ortsräte, Ausschüsse, Gemeinderat

Der Gemeinderat

Er ist mit seinen 33 Mitgliedern für die gesamte Gemeinde zuständig. Beschlüsse und Entscheidungen werden in Ausschüssen vorberaten. Im Gemeinderat Illingen sind seit der Kommunalwahl 2014 folgende Parteien vertreten: CDU, SPD, Linke und Grüne.

SPD, Linke und Grüne bilden eine Fraktions-Kooperation und haben damit eine Mehrheit im Gemeinderat. Die CDU ist mit einer eigenständigen Fraktion im Gemeinderat und stellt die größte Fraktion.


Die Ortsräte

Der Verantwortungsbereich des Ortsrates ist auf den jeweiligen Ort bzw. Gemeindebezirk beschränkt. Die Anzhal der Mitglieder im Ortsrat ist abhängig der Größe des Ortsteiles. Der Vorsitz im Ortstrat hat der Ortsvorsether. Er wird unter den Mitgleidern des Ortsrates gewählt.

Die Ortsräte haben folgende Mitgliederanzahl:

Illingen: 13
Uchtelfangen: 11
Wustweiler: 11
Hirzweiler: 9
Welschbach: 9
Hüttigweiler: 11


Bürgerinformationssystem

Auf einer gesonderten Seite finden Sie weitere Informationen wie den Sitzungskalender oder eine Mitgliederliste zu den Gremien.

Auszug - Natur- und Artenschutz in öffentlichen Grünanlagen  

Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planen, Bauen
TOP: Ö 3
Gremium: Ausschuss für Umwelt, Planen, Bauen Beschlussart: ungeändert beschlossen
Datum: Do, 25.02.2021 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 19:35 Anlass: Sitzung
Raum: Saal der Illipse, Illingen, Burgweg 4
Ort:
5.0/135/2021 Natur- und Artenschutz in öffentlichen Grünanlagen
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Verfasser:Christiane Nagel/David Johann
Federführend:5 Wirtschaft, Umwelt und Entwicklung Bearbeiter/-in: Hellbrück, Marvin
 
Wortprotokoll
Beschluss
Abstimmungsergebnis

Auf Antrag der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 25. September 2019 die Verwaltung beauftragt, weitere Handlungskonzepte zur Pflege der innerörtlichen Grünflächen inklusive Parks und Friedhöfe zu erarbeiten. Hintergrund ist das besorgniserregende Insektensterben, das in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Gezielte Biotop- und Artenschutzmaßnahmen auf den innerörtlichen Grünflächen sollen unter Einbehaltung des Pestizidverbots dazu beitragen, eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten wie auch zu fördern. Im Zentrum des Handlungskonzeptes stehen die innerörtlichen Rasen – und Wiesenflächen, die einen sehr wichtigen Lebensraum für viele Insektenarten darstellen.

 

Gemeindebeschäftigte Nagel geht in ihrem Beamer-Vortrag zunächst auf das Thema Insektensterben ein. Sie informiert, dass der Rückgang der Insekten in den vergangenen Jahren gravierende Ausmaße angenommen habe, weshalb ein schnelles Gegensteuern notwendig und wichtig sei. Anhand eines Kurzfilmes wird daraufh hingewiesen, dass nach einer Studie der Universität Krefeld in den letzten 25 Jahren der Bestand der Insekten nicht nur deutschland-, sondern weltweit um 75 % zurückgegangen sei. Danach seien 40 % der Fluginsekten sogar vom Aussterben bedroht. Als Ursachen hierfür seien der Klimawandel, Begradigung von Flüssen und einhergehende Lebensraumveränderung in Flussauen und Feuchtgebieten, zunehmende Urbanisierung mit der einhergehenden Flächenversiegelung und der Verlust von Lebensräumen durch Entwaldung zu nennen. Den größten Einfluss habe allerdings die Intensivierung in der Landwirtschaft mit all den negativen Begleiterscheinungen wie Einsatz von Insektiziden, Düngemitteln und der Intensivierung des Grünlandes. Im Zeitraum von 1990 bis 2013 seien zum einen in Deutschland 16 % des Grünlandes verloren gegangen. Zum anderen habe der Anteil an artenreichen, extensiv bewirtschafteten Wiesen, die einen Hauptlebensraum vieler Insektenarten darstellen, stark abgenommen. Das Insektensterben habe nicht nur dramatische Auswirkungen auf die Nahrungsketten, sondern auch auf uns Menschen. Von den 107 weltweit am häufigsten angebotenen Kulturpflanzen würden 81 von Insekten bestäubt.

 

David Johann, Student am Umweltcampus Birkenfeld und kurzfristig Beschäftigter, erläutert die Vorgehensweise der Verwaltung bei der Erstellung eines insektenfreundlichen Pflegekonzepts für die innerörtlichen Rasen- und Wiesenflächen. Nach einer Bestandsaufnahme wurden die Rasen- und Wiesenflächen zusammengestellt, die hierfür in Frage kommen und eine Gesamtfläche von 25.000 m² ermittelt. 4.000 m² davon würden weiterhin vom Baubetriebshof gepflegt, 21.000 m² würden an eine Fremdfirma vergeben, die über die nötigen Gerätschaften verfüge, um die Vorgaben an die Pflege erfüllen zu können. Die 5.467 m² Rasenflächen, die bis dato von einer Fremdfirma mit bis zu 6 Mähgängen im Jahr mittels eines Mulchmähers zu einem Betrag von 7.332,78 € gemäht worden seien, würden im Gegenzug vom Bauhof übernommen. 

 

Bedingt durch die Vorgaben bzgl. insektenfreundlicher Pflege der Wiesenflächen wie  Einsatz eines Balkenmähers mit einer Schnitthöhe zwischen 10-12 cm mit 1-2 Mähgängen pro Jahr und dem Abräumen des Schnittgutes entstehen höhere Kosten als bisher für die externe Pflege aufgewendet werden mussten. Dafür würden im Gegenzug beim Baubetriebshof durch die arbeitstechnische Entlastung zusätzliche Kapazitäten frei. Die Mehrkosten von rund 8.500 € seien bereits im Haushalt 2021 für das Projekt vorgesehen.

Geschäftsführer Uli Heintz informiert anhand eines kleinen Filmbeitrages, dass der Zweckverband LIK Nord ein hochwertiges Balkenmäher-System anschaffen werde, der über den Maschinenring auch Illinger Landwirten zur Verfügung stehen wird. Das Gras werde nicht wie bei einem Mulchmäher klein gehäckselt, sondern ähnlich der Sensen-Technik geschnitten, was große Vorteile für die Tier- und Pflanzenwelt habe.

 

Fachbereichsleiter Wolf erklärt, dass bei dem Balkenmäher-System auch die Schnitthöhe regulierbar sei. Auf den Friedhöfen, Kinderspielplätzen etc. würden die Rasen- und Wiesenflächen weiterhin mit Mulchmähern durch den Baubetriebshof gepflegt. In allen Ortsräten werde im Nachgang zur heutigen Sitzung das neue, insektenfreundliche Pflegekonzept vorgestellt.

 

Auf Nachfrage von SPD-Fraktionsvorsitzenden Jost, ob es nicht sinnvoll sei, Flächen, die nur zweimal im Jahr gemäht würden, als Blumenwiese anzulegen, teilt Gemeindebeschäftigte Nagel mit, dass viele Pflanzen, die in solchen Saatmischungen verwendet werden, oft nur einjährig seien und die Blütenpracht oft schon im zweiten Jahr stark abnehme. Sollten Flächen neu angesät werden, habe es sich bewährt, auf regionale Saatmischungen mit standorttypischen Wiesenarten zurückzugreifen.


Beschluss:

 

Der Ausschuss für Umwelt, Planen, Bauen stimmt dem Entwurf des überarbeiteten Pflegekonzeptes zu.

 


Abstimmungsergebnis: einstimmig


Sitzungstermine der Gremien

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