Auszug - Bericht der Jugendpflegerin - Antrag der GRÜNE-Fraktion  

Sitzung des Gemeinderates
TOP: Ö 10
Gremium: Gemeinderat Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 26.11.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:04 - 19:52 Anlass: Sitzung
Raum: Saal der Illipse, Illingen, Burgweg 4
Ort:
4.3/004/2020 Bericht der Jugendpflegerin
- Antrag der GRÜNE-Fraktion
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Sitzungsvorlage
Federführend:4.3 Jugendbüro Bearbeiter/-in: Klaumann, Cornelia
 
Wortprotokoll

 

Die GRÜNE-Fraktion hat die Aufnahme dieser Thematik beantragt.

 

GRÜNE-Fraktionsvorsitzender Metzinger führt in der Antragsbegründung aus, dass das Thema Jugendarbeit in Illingen sehr wichtig sei.

 

Die Corona-Pandemie treffe besonders die Kinder und Jugendlichen sehr hart, sei es durch das Fehlen sozialer Kontakte, Homeschooling bzw. Schulschließungen, Gewalt in der Familie, fehlende Freizeitangebote, Einschränkungen sportlicher Aktivitäten und Zukunftsängste. Wichtig sei hier, mit entsprechenden Maßnahmen entgegen zu steuern, da die Pandemie sicherlich nicht in den nächsten Wochen beendet sein werde.

 

Weiter führt er aus, dass es für Kinder und Jugendliche auch hilfreich sei, politische Prozesse mitzugestalten, da dies sie in ihrer Reife und ihrem Demokratieverständnis fördern würde.

 

Jugendpflegerin Gotzmann gibt anhand einer Beamer-Präsentation einen Überblick über die Jugendarbeit in Illingen. Die Aufgaben der Jugendpflege würden u.a. Außerschulische Bildungs- und Freizeitangebote, Partizipation von Kindern und Jugendlichen, Begleitung der selbstverwalteten Jugendzentren, Beratungsgespräche, Erstberatung für Kinder, Jugendliche und Familien, Beratung für engagierte Personen und Gruppen in der Jugendarbeit, Netzwerkarbeit, mobile Jugendarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit beinhalten.

 

In der Präsentation informiert die Jugendpflegerin über Schwerpunktthemen und Projekte im Jahr 2019 wie z.B. das Kinderworldcafé an der Grundschule „Auf der Lehn, das Beteiligungscafé Lehn, Kinderparlamente, Talk im JuZ – Jugend macht Ansagen, Demokratiekonferenz Kirkel und weitere.

 

In ihren Ausführungen geht sie auch auf geplante Projekte, wie z.B. das Natur-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsprojekt 2021, die Künstlerfreizeit 2021 und das Projekt „FreiRaum“ in Uchtelfangen ein. Bezüglich der notwendigen Investitionen führt Jugendpflegerin Gotzmann aus, dass insbesondere die Erhaltung der Jugendzentren, der Spielplätze, das Umweltprojekt in Kooperation mit dem FB 4 und Guido Geisen sowie eine gründliche Veränderung der Skateranlagen im Vordergrund stünden.

 

Bürgermeister Dr. König bedankt sich für den sehr informativen und ausführlichen Bericht.

 

CDU-Fraktionsvorsitzender Vogtel schließt sich den Dankesworten an. Er bemerkt, dass sich die Gremien meist nur mit der Jugend beschäftigten würden, wenn es Probleme gäbe. Dies sei seit geraumer Zeit in der Gemeinde der Fall, insbesondere im Bereich der Brauturmgalerie und im Burgpark käme es immer wieder zu Jugendkriminalität. Da Ordnungsamt und Polizei diese Problematik allein nicht mehr lösen könnten, stelle sich die Frage, ob der Einsatz eines Streetworkers hier helfen könne, über dessen Zusammenarbeit die Jugendpflegerin in ihrem Bericht informiert habe.

 

Jugendpflegerin Gotzmann führt aus, dass es im Landkreis Neunkirchen nur zwei Streetworker-Stellen gäbe, von denen momentan nur eine besetzt sei. Sie erklärt, dass sie mit dem Streetworker die genannten Stellen in Illingen aufgesucht habe, jedoch die Jugendlichen zu der Zeit nicht angetroffen habe. Angedacht sei es, einmal pro Woche mit dem Streetworker im Gemeindegebiet die brisanten Orte aufzusuchen, öfter sei dies aufgrund des Personalmangels nicht möglich.

 

Auf Nachfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden Vogtel, warum es so schwierig sei, die offenen Stellen zu besetzen, erwidert die Jugendpflegerin, dass es sich lediglich um befristete Stellen handele, die besondere Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten erfordern würden.

 

SPD-Fraktionsvorsitzender Jost bedankt sich bei der Jugendpflegerin für die informative Präsentation sowie bei der GRÜNEN-Fraktion, die die Aufnahme dieser Thematik beantragt habe. Er schlage vor, künftig am Jahresende die Jugendpflegerin sowie die Seniorenbeauftragte um einen entsprechenden Jahresbericht zu bitten, damit der Gemeinderat einen Einblick in diese Bereiche erhalte.

 

Er führt aus, dass in der Gemeinde nicht nur der Burgpark und der Bereich Brauturmgalerie problematische Orte darstellen würden, auch beim ASB-Gebäude sei es bereits mehrfach zu Vandalismus gekommen. Nicht vergessen dürfe man auch die anderen Ortsteile, in denen es immer häufiger zu Vandalismusfällen kommen würde. Die Gemeinde Illingen stehe hier vor einem Problem, für das es schnellstmöglich Lösungen geben müsse. Er appelliert an die Kreistagsmitglieder, die Thematik anzusprechen, dass es für Streetworker klare Strukturen geben müsse und keine befristeten Arbeitsverträge.

 

GRÜNE-Fraktionsvorsitzender Metzinger bedankt sich ebenfalls für die aufschlussreichen Informationen. Er bemerkt, dass hier eine andere Lösung gefunden werden müsse, wenn eine eintägige Zusammenarbeit mit dem Streetworker pro Woche nicht zielführend sei. Hier würden eindeutig Zeit und Mittel fehlen.

 

Bürgermeister Dr. König schlägt vor, dass der zuständige Ausschuss vor den Haushaltsberatungen 2021 Ortstermine durchführen und sich dabei ausschließlich mit dieser Problematik befassen solle.

 

Mitglied Fischer bemerkt, dass sich diese Erscheinungen längst nicht mehr nur auf den Zentralort der Gemeinde beschränken, sondern alle Ortsteile betroffen seien. Er schlage vor, das zurzeit nicht bestehende Jugendzentrum in Hirzweiler zu reaktivieren, um auch dort mehr Zugang zu den Jugendlichen zu erhalten.

 

CDU-Fraktionsvorsitzender Vogtel vertritt die Auffassung, dass es ein Fehler sei, die Täter von Vandalismus ausschließlich bei den Jugendlichen zu suchen. Außerdem müsse es in gesellschaftlichem Interesse sein, jugendliche Straftäter anzusprechen und zu versuchen, ihnen einen anderen Weg aufzuzeigen. Bei über 18-jährigen Straftätern müsse sofort das Ordnungsamt oder die Polizei hinzugezogen werden. Aufgrund der Vielzahl der Vandalismusfälle sollte sich die Gemeinde überlegen, einen Streetworker ausschließlich für die Gemeinde Illingen zu beschäftigen. Vielleicht wäre dies auch kostengünstiger als sich ständig mit neuen Vorfällen und Schäden beschäftigen zu müssen.

 

Auf Nachfrage von GRÜNE-Fraktionsvorsitzendem Metzinger, ob es sinnvoll wäre, ein festes Kinderparlament für die Gemeinde Illingen einzusetzen, erklärt Jugendpflegerin Gotzmann, dass es für Kinder und Jugendliche nicht gut sei, sie dauerhaft in ein solches Konzept zu verpflichten, da sie sich in der Regel nicht dauerhaft einbringen wollen. Alternative Beteiligungsformen, bei denen keine dauerhafte Verpflichtung bestehe, wären natürlich möglich.

 

Bürgermeister Dr. König bestätigt die Ausführung der Jugendpflegerin, wonach kurze Projekte bei Kindern und Jugendlichen mehr Anklang finden würden.