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Illinger Brauturmgalerie und Zentrums-Kaskaden

Eine spektakuläre Entwicklung


Die Entwicklung des Illinger Zentrums ist eine der spannendsten Städtebau-Aufgaben des Saarlandes. Was hier entsteht, ist spektakulär und wird bundesweit beachtet. Niemand hätte vor fünf Jahren gedacht, dass die Entwicklung so spektakulär verläuft. Endlich kann mit im Kernort mittendrin wieder Lebensmittel beim Vollsortimenter kaufen. Ärzte, eine Hebamme, die Barmer sind schon eingezogen, das Bürgerbüro der Gemeinde folgt Anfang Juli, wenn die Wahlen abgehandelt sind. Und das Illinger Wirtshaus IWIs ist zu einem Treffpunkt für Jung und Alt geworden. Es läuft. Dabei war das alles andere als sicher. Im Gegenteil. Jahrelang haben die Illinger vergeblich gekämpft. Aber 2012 platzte der Knoten. Die Vor-Ort-ideenwerkstatt und das Bundes-Forschungsproamm „Experimenteller Wohn- und Städtebau“ (ExWOSt) machten es möglich. Der Schlüssel aber war Investor Jörg Michael Fries. Ohne ihn und seinen Mut und den seiner Mitstreiter der Brauturmgalerie wäre diese Entwicklung nie möglich gewesen. „Er ist einer der Väter des Erfolgs“, sagt Bürgermeister Dr. Armin König anerkennend.

„Eigentlich ist es eine kleine Sensation“, stellt König fest, der seinerseits als „Trüffelsucher“ der Städtebauförderung gilt. Er ist immer auf der Suche nach Fördermitteln und Kooperationen. „Wo noch vor fünf Jahren auf 18.000 Quadratmetern Industriebrache nur Schutt und Schrott zu sehen waren, wächst und wächst ein attraktives neues Quartier. Ist das nicht genial?“ Die Illinger haben Wort gehalten. Und sie sind stolz darauf. Die Kooperation der Öffentlichen Hand mit Privaten und der Einsatz von EU-Fördermitteln im öffentlichen Bereich waren ebenso Erfolgselemente wie die intensive Bürgerbeteiligung. Damit war auch die Zustimmung der Bürger klar.

Den ersten Markstein setzten König und sein Team im letzten Jahr beim Tag der Städtebauförderung mit „Highway to HÖLL“ – mit Feuer und harten Gitarrenriffs in AC/DC-Manier und einem funkensprühenden Schlagzeuger. Nicht nur Ministerpräsident Tobias Hans, gerade neu im Amt, war begeistert. „Ihr habt tolle Arbeit geleistet“, sagte er beim furiosen Auftakt in der Illinger City.

In Illingen hat man ein klares Konzept:

„Dies ist eine ganz besondere Baustelle“, sagt König. „Wir verknüpfen Menschen, wir verknüpfen Dienstleistungen, wir verknüpfen Wege, wir verknüpfen Abschnitte der Ortsgeschichte. Von der Holweck-Brauerei über Hölls Wurstfabrik zur Brauturmgalerie war es ein weiter Weg. Dabei haben die Suche nach Reiferäumen für Käse und der unkonventionelle Architekt Roland Gruber aus Österreich die wichtigste Rolle gespielt. Aus Bruch und Dalles, den Folgen kapitalistischer Fehlentwicklungen, wurde eines der anspruchsvollsten Städtebauprojekte des Saarlandes. Wir sind auf bestem Wege, wie jeder sieht. Aber es ist ein steiniger Weg. Wir haben es uns nie leicht gemacht. Die Herausforderungen der Demografie und der Globalisierung haben wir angenommen. Wir haben die Ausbreitung in die Ränder gestoppt und die Mitte gestärkt. Diese Mitte macht uns heute so stark.“

Das sieht auch Dr. Andrea Berger so.  Sie hat jahrelang Erfahrung als Leerstandsmanagerin und ist heute die Zahlenexpertin für die Mittel der Städtebauförderung. Die Illinger sind Meister im Vernetz. „Illingen, wie Sie es jetzt sehen, gäbe es gar nicht ohne die Fördermittel. 45 Jahre Städtebauförderung waren ein Glücksfall für Illingen.“ 

Ludger Wolf, Projektleiter der Cityentwicklung bei der Gemeinde Illingen und seit 23 Jahren rechte Hand des Bürgermeisters, sagt: „Städtebauförderung ist der Generalschlüssel, der die Tür zur Zukunft geöffnet hat.“

Spektakulär ist das, was Luca Kist von HDK für die Freiraumflächen geplant hat. Immerhin muss er 18 Meter Höhenunterschied zwischen Bahnhof und Hauptstraße überwinden und mehrere Ebenen verknüpfen – und alles wird barrierefrei.

Als der renommierte Freiraumplaner im Januar seine Planungen in der Illipse in einer extrem gut besuchten Bürgerversammlung vorstellte, ging ein Raunen durch den Saal. Nein, das ist keine Betonwüste, schrieb die SZ. Da gibt es Wasser und Terrassen und Bäume und Gras und Aufenthaltszonen und Treppen. Und auch der geplante Aufzug ist ein wesentliches Element, ebenso wie die Wasserkaskaden.

Zeichen setzen, die Kleinteiligkeit der Gemeinde betonen, Aufenthaltsqualität schaffen, das sind die entscheidenden Aufgaben in Illingen. Dort ist man stolz auf das Erreichte – aber bis Ende 2022 ist noch viel Arbeit zu leisten. Derweil freut man sich im IWIs über die Rettung der bedeutenden Lehoczky-Fliesen, die als Kunstwerk im Höll-Verwaltungsgebäude angebracht waren – und über Dutzende Events. Das neue Zentrum etabliert sich.

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