In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Gemeinderat Illingen wichtige Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde getroffen. Themen waren unter anderem die Weiterführung des Wertstoffzentrums, die Nachhaltigkeitsstrategie der Verwaltung, die zukünftige Wärmeversorgung sowie die aktuelle Haushaltslage.
Ein besonderes Zeichen für soziale Verantwortung setzte der Gemeinderat mit der Übertragung der gesamten Betriebsführung des EVS-Wertstoffzentrums an die GSE des ASB mbH. Die Gemeindeverwaltung Illingen betreibt das Wertstoffzentrum bereits seit vielen Jahren erfolgreich im Auftrag des Entsorgungsverbandes Saar (EVS). Gleichzeitig besteht seit langem eine enge und bewährte Zusammenarbeit mit der GSE des ASB. Mit dem einstimmigen Beschluss wird die Betriebsführung ab dem 1. Juli 2026 zunächst für ein Jahr bis zum 30. Juni 2027 vollständig an die GSE übertragen. Damit entsteht in Illingen ein vorbildliches soziales Arbeitsprojekt, das wirtschaftliche und soziale Aspekte miteinander verbindet.
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Nachhaltigkeitsstrategie der Gemeindeverwaltung. Im Rahmen des Projektes „Global Nachhaltige Kommune“ wurde in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Interessengruppen ein umfassender Maßnahmenkatalog erarbeitet. Nach der Vorberatung im Ausschuss für Ortskernentwicklung und Wirtschaft wurde die Nachhaltigkeitsstrategie nun vom Gemeinderat beschlossen. Sie soll künftig als Leitlinie für nachhaltiges Handeln in der Verwaltung dienen.
Zentrale Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie sind die Berücksichtigung folgender Kriterien bei der Planung und Umsetzung künftiger Projekte: Klimaschutz und Anpassung, Nachhaltige Quartiere und Mobilität, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe, globale Zusammenarbeit und Eine Welt, Bildung und Kultur.
Auch die Zukunft des Gaswerks Illingen war Gegenstand der Beratungen. Durch den Rücktritt des Bürgermeisters der Gemeinde Merchweiler als stellvertretender Verbandsvorsteher wurde eine Anpassung der Verbandssatzung erforderlich, da sich seitens der Gemeinde Merchweiler kein Vertreter satzungsgemäß zur Wahl stellte. Mit der beschlossenen Änderung kann künftig auch ein Vertreter der Gemeinde Quierschied dieses Amt übernehmen. Die Änderung muss nun noch von den beteiligten Kommunen sowie der Verbandsversammlung des Gaswerks bestätigt und durch die Kommunalaufsicht geprüft werden.
Intensiv diskutiert wurde zudem die zukünftige Wärmeversorgung in Illingen. Auf Antrag der UGKM- und SPD-Fraktion wurde die Gemeindeverwaltung beauftragt, die langfristigen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Energieversorgung zu prüfen. Dabei sollen unterschiedliche Modelle geprüft werden, darunter gemeindeeigene Gesellschaften, gemischtwirtschaftliche Lösungen sowie Kooperationen mit externen Partnern. Ziel ist eine nachhaltige, wirtschaftlich stabile und bezahlbare Energieversorgung für die Bürgerinnen und Bürger sowie eine größere Unabhängigkeit von externen Akteuren.
Im Rahmen eines Antrags der SPD-Fraktion wurde außerdem die aktuelle Haushaltssituation dargestellt. Dabei wurde deutlich, dass sich die finanzielle Lage der Gemeindeverwaltung derzeit im Rahmen der genehmigten Haushaltsplanung bewegt. Für das Jahr 2025 zeichnet sich sogar eine Verbesserung gegenüber der ursprünglichen Planung um mehr als 1 Million Euro ab. Hauptgrund hierfür sind höhere Gewerbesteuereinnahmen. Ein Nachtragshaushalt ist derzeit nicht erforderlich. Bürgermeister Andreas Hübgen dankte seinem Team der Verwaltung und der Kämmerei für sehr gute Kalkulation im Rahmen des Doppelhaushaltes. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die finanzielle Situation angespannt bleibt: Die Gemeindeverwaltung muss weiterhin ein reales Defizit von mehr als 5 Millionen Euro jährlich bewältigen. Positiv bewertet wurde in diesem Zusammenhang die Nachricht, dass Illingen insgesamt rund 8 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes erhalten wird. Trotz der angespannten Lage sollen die geplanten Neubauprojekte und Investitionen in Schulen, Kindergärten, Feuerwehrgerätehäuser und die Straßeninfrastruktur weiterhin umgesetzt werden. Die Planungen hierzu schreiten wie geplant voran.
Mit den gefassten Beschlüssen hat der Gemeinderat vor der Sommerpause wichtige Weichen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde gestellt – in den Bereichen Nachhaltigkeit, Energieversorgung, soziale Verantwortung und kommunale Finanzen.

