In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Illingen standen zentrale Zukunfts- und Infrastrukturthemen im Fokus. Von Hochwasserschutzmaßnahmen über die Entwicklung der ehem. Reha-Klinik bis hin zur Kinderbetreuung.
Sachstand zur Bachverrohrung Seelbaach: Während der erste Abschnitt mit Installationen eines neuen Rohres bereits weitgehend abgeschlossen ist, soll der nächste Bauabschnitt mit Einlaufbauwerk und Rückhaltebecken möglichst in der sommerlichen Niedrigwasserphase umgesetzt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch noch die ausstehende Genehmigung des Landesumweltamtes. Bereits beim ersten Bauabschnitt sind Mehrkosten von rund 400.000 Euro entstanden; insgesamt wird nun eine Finanzierungslücke von etwa 900.000 Euro erwartet. Als Gründe gelten schwierige Bodenverhältnisse, gestiegene Baupreise sowie weitere Faktoren. Der Gemeinderat beschloss, die Mehrkosten über die Maßnahme „Sanierung Rathaus“ zu decken und zusätzliche Fördermittel für den Hochwasserschutz zu beantragen. Zudem soll der beauftragte Bodengutachter in der nächsten Sitzung offene Fragen zu den Kostensteigerungen beantworten.
Auch die Zukunft der ehemaligen Reha-Klinik St. Hedwig wurde thematisiert. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Vortag waren gemeinsam mit einem Planungsbüro mögliche Nutzungskonzepte vorgestellt worden. 599 Ideenvorschläge aus der Bürgerschaft waren eingegangen und dienten als Basis. Das zeigt das große Interesse an der Entwicklung des Areals. Da die Gemeindeverwaltung ein solches Projekt finanziell nicht stemmen kann, soll nun ein Interessenbekundungsverfahren gestartet werden, um Investoren zu gewinnen.
Diskussionsbedarf gab es außerdem beim Wirtschaftsplan 2026 des Zweckverbandes eGo-Saar. Mehrere Kommunen haben in den letzten beiden Jahren ihren Austritt bereits erklärt, während gleichzeitig Reformansätze erkennbar sind. Der Gemeinderat verwies das Thema zur weiteren Beratung in den zuständigen Haupt- und Personalausschuss.
Ohne Beschluss endete die Beratung über die geplante Gründung einer GmbH innerhalb des Gaswerk-Zweckverbandes. Damit soll die Transformation des Werkes hin zu einem Anbieter von Wärmelösungen im Kontext der Energiewende zur zukunftsfähigen Versorgung in den Gemeinden Illingen, Merchweiler und Quierschied ermöglicht werden.
Großen Raum nahm zudem die Sicherung und Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendbetreuung ein. Steigende Bedarfe, gesetzliche Anforderungen und bauliche Fragen stellen die Gemeinde vor Herausforderungen. Besonders für den Standort Wustweiler besteht kurzfristiger Handlungsbedarf. Ein Antrag der CDU-Fraktion sieht unter anderem eine Machbarkeitsstudie für den katholischen Kindergarten Uchtelfangen, sowie eine Untersuchung zur Raumsituation am dortigen Schulstandort vor. Zudem soll eine Bedarfsanalyse den gesamten Bedarf an Betreuungsplätzen innerhalb der Gemeinde Illingen aufzeigen. Der Gemeinderat beschloss, das Thema im zuständigen Fachausschuss weiter zu beraten.

