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Zivilgemeinde sieht Pfarreienreform kritisch

Die Gemeinde Illingen als Zivilgemeinde hat sich in der Frage der Pfarreienreform bisher sehr zurückgehalten. Vor zwei Jahren hatte Bürgermeister Dr. Armin König gegenüber Bischof Dr. Stefan Ackermann erklärt, das Bistum möge sich nicht aus dem Alltag vor Ort verabschieden.

Nun geht es konkret um die Frage der kirchenrechtlichen Spaltung der Gemeinde Illingen durch die umstrittene Pfarreienreform. Die Pfarreiengemeinschaft Uchtelfangen soll der XXL-Pfarrei Lebach zugeschlagen werden, die Pfarreiengemeinschaft Illingen der XXL-Pfarrei Neunkirchen. In einem Brief an den Bischof sowie gegenüber SZ, SR, Domradio und Deutschlandradio nannte König die Entscheidung absurd und nicht nachvollziehbar. 

Im Brief an Ackermann heißt es, die konkreten Reformansätze seien anachronistisch und höchst unklug; dabei müsse auch die Gemeinde  Stellung beziehen, da die Kirche ja nicht im luftleeren Raum agiert. Als Bürgermeister muss ich dagegen große Bedenken anmelden und in aller Schärfe protestieren. Was da geplant ist, ist absurd. Sie kennen die vielfältigen Vernetzungen zwischen säkularer und kirchlicher Ebene bestens. Umso weniger verstehe ich, dass das Bistum in Zeiten, in der wir etwa über die Trennung von Kirche und Religion, über Kirchensteuererhebung und Konkordat und Staat-Kirche-Verträge sehr viel intensiver diskutieren als in der Vergangenheit, uns nicht ins Boot nimmt und ein Einvernehmen anstrebt.“

Es geht hier nicht um Einmischung. Es geht um Mitsprache für eine Gemeinde, die in den letzten 20 Jahren über 8 Millionen Euro für Aufgaben und Investitionen katholischer Kindergärten in der Gemeinde gezahlt hat.

Und es geht um örtliches Leben. Natürlich hat die nun beschlossene Auflösung der bisherigen Pfarreien und die Übertragung des Vermögens dieser Pfarreien an die Großpfarreien Lebach und Neunkirchen Folgen in den Orten. Darauf hat König mit all seinen Erfahrungen als dienstältester Bürgermeister des Saarlandes hingewiesen.

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