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Altersbilder neu denken

„Wir machen den Weg frei für neues Denken über das Alter.“, so Bürgermeister Dr. Armin König in seiner Begrüßungsrede zur regionalen Auftaktveranstaltung: „Altersbilder neu denken“. Zusammen mit Barbara Wackernagel-Jacobs, Filmemacherin und ehemalige saarländische Sozialministerin, Alfons Vogtel und Prof. Franz Lorenz entstand die Idee und das Konzept. Rita Waschbüsch, ehemalige Ministerin, Landtagsvizepräsidentin und heutiges Mitglied im Vorstand der Union Stiftung freute sich in ihrer Ansprache, eine solche Initiative ideell und finanziell fördern zu können. Prof. Dr. Andreas Kruse, Psychologe, Gerontologe und verantwortlicher Autor des Altenberichts des Deutschen Bundestages eröffnete mit einem charismatischen, rhetorisch fulminanten und wissenschaftlich fundierten Vortrag. 

 

Es folgten die Journalistin und Buchautorin Margaret Heckel, zu den Fragen, was sich bereits ganz konkret gewandelt hat und warum unsere besten Jahre noch vor uns liegen, wenn wir alle länger leben. Heinz Frey, Initiator des DORV-Zentrum Jülich-Barmen und der Luxemburger Altersexperte Simon Gross, zeigten im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit guten Praxisbeispielen, wohin die Reise gehen kann. „Das Thema neue Altersbilder…“, so Dr. Armin König, „…betrifft alle Lebensbereiche: Beruf, Sport, Politik, Zivilgesellschaft, Ehrenamt, Soziales, Stiftungen, Familie…Und ich war deshalb sehr schnell Feuer und Flamme. Denn das klingt nach Veränderung und Revolution. Die Zeiten haben sich geändert, und wir mit ihnen. Wir haben Ideen, wir stehen mitten im Leben, wir haben Kommunikationsmittel, Smartphones, wir sind mobil, wir können reisen, wir haben Wissen, Ideen, Potenzial. Und wir haben Bilder-Maschinen, Handies. Wir können Bilder machen und Clips. Wir können dafür sorgen, dass neue Bilder neue Welten, neue Ansichten, neue Sichten über das Alter prägen. Ein Riesenstoff. Für Filmemacherinnen und Politiker, Forscher und Menschen wie du und ich.“ Der bekannte Illinger Reporter und künstlerische Fotograf Andreas Engel hatte die Aufgabe übernommen Menschen aus Illingen für eine Ausstellung zu porträtieren, um zu zeigen, wie sehr uns die neuen Alternsbilder schon umgeben, ohne dass wir es vielleicht bewusst wahrgenommen haben, wie interessant die Menschen sind, die uns umgeben, wie sehr wir alle uns vielleicht verändert haben, längstens schon ein anderes Bild von uns zeigen oder entwickeln möchten.

 

Wir finden, die Bilder sind so gut geworden, dass wir sie in weiteren Ausstellungen präsentieren sollten. Prof. Dr. Kruse führte uns vor Augen, wie wunderbar es doch ist, dass immer mehr Frauen und Männer bis ins hohe Alter ihren Interessen nachgehen und ihr Leben nach eigenen Vorstellungen gestalten, zugleich aber auch die Begrenztheit und Verletzlichkeit im Alter. Wie wir mit diesen verschiedenen Facetten des Älterwerdens umgehen, das wird entscheidend von unseren Altersbildern bestimmt. Die Sachverständigenkommission der Bundesregierung zur Erstellung des 6. Altenberichts war von der Bundesregierung damit beauftragt worden, diese Altersbilder zu untersuchen und ihren Wandel und ihre Wirkungen zu analysieren. Es war ein sehr besonderes Erlebnis, eine Auswahl dieser Ergebnisse aus erster Hand, so deutlich und engagiert präsentiert zu bekommen. Wohnen, arbeiten, leben - gute Beispiele. Das Arbeitsleben, so Margaret Heckel, zeigt schon, sei es im Bereich der Gesundheitsprävention oder smarten Unterstützungslösungen, große Veränderungen, ältere Menschen bleiben länger in den Unternehmen, man kann sich im Rentenalter selbstständig machen, rund 30 % der Menschen arbeiten in den ersten drei Jahren nach dem Renteneintritt weiter, es gibt ein lebensphasenorientierte Personalpolitik, Übergangsseminare, gemischte Teams, Mitarbeiter im Alter von 16 - 78 Jahren, wo Erfahrung auf Lernbereitschaft treffen kann. Wohnen gegen Hilfe oder Minijob, Bauernhof statt Altersheim, neue und gut strukturierte Quartiersentwicklungen, in der Stadt wie auf dem Land, zeigen ihre Wirkungen. Wir können im Alter z.B. durchaus zu unseren Kindern ziehen, aber ins eigene Tiny-House in den Garten. Es werden neue Berufe entstehen, wie z.B. die Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis, die als erfahrene medizinische Fachangestellte, die hausärztliche Daseinsvorsorge unterstützen können wird, ebenso eine ganze Reihe von Assistenzsystemen für ältere Menschen, die wir hier in Illingen schon eine ganze Weile unter den Begriffen: „AAL“ oder „Smart Home“ diskutieren. 

 

Heinz Frey und Simon Gross bereicherten in der Podiumsdission mit weiteren Beispielen, z.B. aus dem „DORV-Zentrum Lebensqualität lebenslang“, das sich der Dienstleistungs- und Lebensqualität sowie der hochwertigen Daseinsvorsorge auf dem Lande verschrieben hat, u.a. mit der Neuentwicklung eines Rufbus-Services, der sicher auch für Illingen Schule machen könnte. Wir freuen uns auf alle, die mit uns zusammen, die vielen kleinen Wege der Veränderung beschreiten werden und sind sehr gespannt wie es weitergehen wird, hier bei uns zu Hause in Illingen, aber auch überregional, in ein paar Wochen wird in der Wochenzeitung: „Die Zeit“ ein Schwerpunkt zu diesem Thema erscheinen, der Saar-Pfalz-Kreis hat Heribert Prantl, den Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung zu diesem Thema eingeladen. 

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