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Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof liegt (besser: lag) wie alle jüdischen Friedhöfe außerhalb der Ortslage. Auf dem Weg von Illingen nach Wemmetsweiler biegt man links ab und fährt bergauf.

Ein jüdischer Friedhof muss die ungestörte Totenruhe gewähren. Deshalb kann er nur außerhalb des bewohnten Dorfes liegen und darf ein Grab zu keiner Zeit repariert oder gar eingeebnet werden. Der am Ende des Trauerjahres aufgestellte Grabstein ist unantastbar, die Bepflanzung bleibt naturbelassen. Die Grabsteine sind oft kunsthistorisch interessant. Es gibt viele Symbole. So steht ein offenes Buch für Klugheit und Weisheit, eine Sanduhr für ewiges Leben. Am Begräbnistag legt jeder der anwesenden Männer ein Steinchen am Grab nieder, um dem Toten Schutz zu gewähren. Frauen durften den Leichenzug nur bis zum ersten fließenden Gewässer begleiten, in Illingen mussten sie also umkehren, wo im Tal die Straße über die Ill führt.

1747 angelegt und mit Erlaubnis des Freiherrn von Kerpen 1773 vergrößert, wurden hier die Juden aus der näheren und weiteren Umgebung bestattet. Ab etwa 1900 wurden nur noch Illinger Juden hier beigesetzt, die zuvor ausschließlich hebräische Beschriftung wechselte sich mit deutscher Sprache ab, ab 1930 findet sich nur noch die deutsche Sprache. 1949 errichtete die Gemeinde Illingen zusammen mit der Synagogengemeinde Saar ein schlichtes Mahnmal auf dem Friedhof.

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