Als die Jugendlichen im Jahr 2018 ihre bisherigen Räumlichkeiten verloren, gaben sie nicht auf. Gemeinsam mit dem Jugendbüro der Gemeinde Illingen entwickelten sie zunächst Ideen für eine Übergangslösung, vom Bauwagen bis hin zum Container-Jugendzentrum. Doch aus dieser ersten Idee entstand schnell eine viel größere Vision: ein eigenes Jugendzentrum.
In den vergangenen Jahren brachten sich die Jugendlichen mit großem Engagement ein. Sie nahmen an Jugendhearings und Zukunftswerkstätten teil, präsentierten ihre Ideen in Ortsratssitzungen, beteiligten sich an Bürgerveranstaltungen und unterstützten sogar die Suche nach Fördermitteln und Spenden. Politik, Verwaltung und Jugend arbeiteten dabei eng zusammen, immer mit dem Ziel, gemeinsam die beste Lösung zu finden.
Ein besonders intensiv diskutiertes Thema war der Standort. Umso größer ist die Freude, dass das Jugendzentrum heute genau dort entsteht, wo es sich die Jugendlichen gewünscht haben: zentral im Dorf, gleichzeitig im Grünen, direkt an der Sportanlage und in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums. So entsteht ein lebendiger Treffpunkt, an dem sich Freizeit, Sport und Begegnung ideal miteinander verbinden. Die Sportanlage wird zum erweiterten Außengelände des Jugendzentrums, während Sportlerinnen und Sportler das JUZ beispielsweise für eine Pause, Getränke oder die Toiletten nutzen können. Mitten in Uchtelfangen wächst damit ein echter Ort für junge Menschen.
Ein weiterer Meilenstein folgte 2023: Rund 30 Jugendliche entwickelten in einer professionell begleiteten Zukunftswerkstatt den Grundriss ihres zukünftigen Jugendzentrums. Damit ihre Ideen nicht nur auf dem Papier blieben, wurde der Gebäudegrundriss anschließend maßstabsgetreu in einer Turnhalle aufgebaut. So konnten die Jugendlichen ihr zukünftiges Jugendzentrum bereits vor Baubeginn begehen, Räume ausprobieren und ihre Vorstellungen direkt in die Planung einbringen. Viele ihrer Ideen wurden später tatsächlich umgesetzt.
Der gesamte Prozess verfolgte dabei nicht nur ein bauliches Ziel. Er sollte jungen Menschen zeigen, dass ihre Meinung zählt, demokratische Beteiligung funktioniert und sie ihren Sozialraum aktiv mitgestalten können. Genau diese Erfahrung von Selbstwirksamkeit macht gute Jugendarbeit aus. Viele der Jugendlichen, die den Prozess 2018 angestoßen haben, sind heute bereits Mitte 20. Auch wenn sie das Jugendzentrum nicht mehr als regelmäßige Besucher nutzen werden, war ihr Einsatz entscheidend dafür, dass dieses Projekt überhaupt Wirklichkeit werden konnte.
Mit der Gestaltung der Außenfassade schließt sich nun symbolisch der Kreis. Vier Tage lang haben Angelo, Vilius, Nele, Jana, Emil, Marlon, Timm, Leo und Leon gemeinsam mit dem Graffiti-Künstler alleskeinekunst gehämmert, geschliffen, grundiert, gemalt und gesprüht. Entstanden ist ein lebendiger Dschungel, der für Vielfalt, Gemeinschaft und Entwicklung steht. Die Hummel symbolisiert Zusammenhalt, der Flamingo Mut und Offenheit, die Eidechse Veränderung und Neuanfang. Natürlich durfte auch Brummbert, das Maskottchen des Jugendzentrums, nicht fehlen.
Das Graffiti ist damit weit mehr als Fassadenkunst, es macht sichtbar, wofür das Jugendzentrum Uchtelfangen steht: Mitbestimmung, Gemeinschaft und die Überzeugung, dass junge Menschen ihre Zukunft selbst gestalten können.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen beteiligten Jugendlichen, dem Künstler “alleskeinekunst”, dem Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz für die Förderung der Graffiti-Freizeit sowie allen Partnerinnen und Partnern, die dieses außergewöhnliche Projekt über viele Jahre begleitet und unterstützt haben.
Das Jugendzentrum Uchtelfangen ist jeden Donnerstag von 15:00 bis 20:00 Uhr geöffnet. Kommen Sie vorbei und erleben Sie einen Ort, der nicht nur für junge Menschen gebaut wurde, sondern mit ihnen entstanden ist.

