News

Drei Jahre Bürgermeister Andreas Hübgen

„Wir haben viel bewegt und noch richtig viel vor!“

Im Gespräch über große Investitionen, mutige Entscheidungen und die Zukunft der Gemeinde Illingen

Seit drei Jahren ist der 37-jährige Andreas Hübgen Bürgermeister der Gemeinde Illingen. Seitdem ist in der Gemeinde einiges in Bewegung gekommen: Millioneninvestitionen in Schulen und Kindertagesstätten, neue Feuerwehrgerätehäuser, die Modernisierung der Infrastruktur und zahlreiche Zukunftsprojekte. Vor allem die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Ehrenamtlichen prägen seine bisherige Amtszeit. Wir haben mit Andreas Hübgen über die vergangenen drei Jahre, seine Ziele, die Herausforderungen des Bürgermeisteramtes und seine Visionen für Illingen gesprochen.
 

Herr Hübgen, drei Jahre Bürgermeister der Gemeinde Illingen. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Andreas Hübgen: „Es waren intensive Jahre mit vielen Herausforderungen, spannenden Begegnungen und wichtigen Weichenstellungen. Mit Blick auf unsere Gemeinde hat sich bereits einiges bewegt. Wir haben wichtige Entscheidungen getroffen, große Projekte auf den Weg gebracht und vieles, was lange geplant wurde, wird inzwischen ganz konkret umgesetzt. Darauf können wir gemeinsam stolz sein.

Mir war von Anfang an wichtig, nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu gestalten. Illingen hat enormes Potenzial, und ich möchte dieses Potenzial gemeinsam mit den Menschen nutzen. Natürlich geht nicht alles von heute auf morgen. Gerade bei großen Bauprojekten braucht man Geduld, Ausdauer und manchmal auch starke Nerven. Aber wir kommen voran, und genau das motiviert mich jeden Tag aufs Neue.“
 

Ihr Motto lautet „Nah am Bürger, nah an den Themen“. Wie wichtig ist Ihnen der persönliche Kontakt zu den Menschen?

Andreas Hübgen: „Das ist für mich einer der schönsten und wichtigsten Teile meines Amtes. Ich möchte kein Bürgermeister sein, den man nur aus der Zeitung oder von offiziellen Terminen kennt. Ich will wissen, was die Menschen bewegt, wo der Schuh drückt und welche Ideen sie für unsere Gemeinde haben.

Deshalb bin ich viel unterwegs, bei Vereinsfesten, Veranstaltungen oder einfach im Gespräch mit den Menschen in unseren Ortsteilen. Unsere Bürgersprechstunden im Rathaus und zusätzlich auf dem Illinger Wochenmarkt werden gut angenommen. Das zeigt mir, wie wichtig diese unkomplizierten Begegnungen sind.

Natürlich kann man nicht jeden Wunsch sofort erfüllen. Aber ich finde, die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass wir zuhören, Entscheidungen erklären und gemeinsam nach Lösungen suchen. Das gilt auch für große Zukunftsfragen wie die Weiterentwicklung unserer Ortsmitte. Hier wollen wir die Bürgerinnen und Bürger aktiv einbinden. Denn am Ende gestalten wir unsere Gemeinde nicht für die Menschen, sondern mit ihnen.“
 

Die Gemeinde investiert derzeit viele Millionen Euro in Schulen und Kindertagesstätten. Warum hat dieser Bereich für Sie eine so hohe Priorität?

Andreas Hübgen: „Weil wir damit ganz unmittelbar in unsere Zukunft investieren: Gute Schulen, moderne Kindertagesstätten und verlässliche Betreuungsangebote sind entscheidend dafür, dass junge Familien gerne in Illingen leben und unsere Kinder die besten Voraussetzungen bekommen.

Wir haben aktuell und in den nächsten Jahren Investitionen von über 50 Millionen Euro vorgesehen. Mehr als 30 Millionen Euro entfallen auf Bildung und Betreuung. Das sind enorme Summen, aber es sind Investitionen, die sich langfristig für unsere Gemeinde auszahlen.

Ein echtes Mammutprojekt ist der Ersatzneubau der Grundschule Illingen mit rund 15 Millionen Euro. Im Sommer wurde das alte Gebäude abgerissen. Jetzt schaffen wir die Voraussetzungen für einen modernen Schulstandort und beginnen im kommenden Frühjahr mit den Bauarbeiten.

Auch bei der Freiwilligen Ganztagsschule in Hüttigweiler geht es voran. Dort wollen wir mit einem Neubau zeitgemäße Betreuungsmöglichkeiten schaffen. Und mit der neuen Kindertagesstätte im Burgpark haben wir ein weiteres großes Projekt angestoßen und den Weg für den ersten kommunal betriebenen Kindergarten freigemacht. Die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen.

Das sind keine kleinen Vorhaben. Aber ich bin überzeugt: Wer heute in Kinder, Bildung und Betreuung investiert, sorgt dafür, dass unsere Gemeinde auch morgen attraktiv und lebenswert bleibt.“
 

Auch in die Sicherheit und den Bevölkerungsschutz wird kräftig investiert. Was hat sich hier in den vergangenen drei Jahren getan?

Andreas Hübgen: „Eine ganze Menge. Unsere Feuerwehr leistet jeden Tag Großartiges. Die Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich für unsere Sicherheit. Da ist es unsere Aufgabe, ihnen auch die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu bieten.

Mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus Illingen entsteht gerade eines der größten Bauprojekte unserer Gemeinde. Wir investieren mehr als 10 Millionen Euro. Nach dem Spatenstich im Juli 2024 konnten wir im August dieses Jahres bereits Richtfest feiern. Es ist beeindruckend zu sehen, wie dieses Projekt wächst. Nächsten Sommer wir der Löschbezirk in seine neue Unterkunft umziehen und es ist geplant das Feuerwehrfest Ende August schon dort zu feiern. Gleichzeitig treiben wir die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus Ost konsequent voran. Diesen Oktober haben wir den Bauantrag gestellt und wir rechnen mit einem Baubeginn im Frühjahr 2027. Auch unseren Fahrzeugbestand modernisieren wir kontinuierlich.
Wie wichtig eine gut ausgestattete Feuerwehr und funktionierende Hilfsorganisationen sind, haben wir beim großen Waldbrand im Hosterwald im August eindrucksvoll erlebt. Über mehrere Tage waren mehr als 1.000 Einsatzkräfte aus dem ganzen Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Luxemburg im Einsatz. Was dort geleistet wurde, verdient größten Respekt.

Dieses Ereignis hat uns aber auch gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen ist. Deshalb denke ich beim neuen Feuerwehrstandort in Illingen auch weiter. Gemeinsam mit dem benachbarten THW und möglicherweise weiteren Einrichtungen kann hier langfristig ein starkes Zentrum für den Zivil- und Bevölkerungsschutz entstehen. Das ist eine PerspektiveVision, die ich sehr spannend finde.“
 

Auch in den Ortskernen und bei der Infrastruktur verändert sich einiges. Welche Projekte sind Ihnen besonders wichtig?

Andreas Hübgen: „Ich freue mich über jedes Projekt, bei dem die Menschen sehen können: Hier passiert etwas, hier entwickelt sich unsere Gemeinde weiter.

Ein schönes Beispiel ist unsere Illinger Ortsmitte. Mit der Neugestaltung des Neuen Marktes haben wir einen wichtigen Schritt gemacht. Neue Aufenthaltsbereiche, die Wasserspiele und die gestalteten Freiflächen werten unser Zentrum deutlich auf. Jetzt wollen wir mit der weiteren Entwicklung und der Neugestaltung des Alten Marktes den nächsten Schritt gehen.

Ein großes Zukunftsthema ist für mich auch das ehemalige Rehaklinik-Areal. Mit dem Kauf haben wir eine mutige und langfristig wichtige Entscheidung getroffen. Wir haben uns damit die Möglichkeit gesichert, eine zentrale Fläche selbst aktiv zu gestalten. Hier steckt enormes Entwicklungspotenzial, das wir sinnvoll nutzen wollen, beispielsweise mit modernen, altersgerechten Wohnformen.

Und natürlich gehören auch unsere Straßen und die technische Infrastruktur dazu. Die Kappellenstraße in Illingen beispielsweise konnte endlich komplett saniert werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Provinzialstraße in Hüttigweiler. Dort wurden in acht Bauphasen die Kanalisation, die Wasserleitungen, Hausanschlüsse und die Fahrbahn erneuert. Im September konnten wir die Straße wieder freigeben und das sogar drei Monate früher als ursprünglich geplant.
Solche Maßnahmen sind während der Bauzeit für die Anwohnerinnen und Anwohner und die Gewerbetreibenden natürlich mit Belastungen verbunden. Umso schöner ist es, wenn am Ende eine moderne Infrastruktur entsteht, von der alle langfristig profitieren.“
 

Große Investitionen kosten viel Geld. Wie gelingt es, die Gemeinde finanziell handlungsfähig zu halten?

Andreas Hübgen: „Das ist tatsächlich eine unserer größten Herausforderungen. Wir wollen viel bewegen, müssen dabei aber natürlich verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln umgehen.

Mit unserem Doppelhaushalt 2025/2026 haben wir eine wichtige Grundlage geschaffen. Wir investieren kräftig in die Zukunft unserer Gemeinde und konnten gleichzeitig auf eine Erhöhung der Hebesätze bei der Grund- und Gewerbesteuer verzichten. Doch ein Großteil der Investitionen sind kreditfinanziert. Somit werden in Zukunft weitere Einsparungen notwendig sein.

Umso wichtiger ist es daher, Fördermöglichkeiten konsequent zu nutzen. Gerade bei großen Projekten können wir ohne Unterstützung von Bund und Land vieles nicht stemmen. Die rund acht Millionen Euro aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes eröffnen uns zusätzliche Möglichkeiten.

Mein Ziel ist klar: Wir wollen die Gemeinde weiterentwickeln, notwendige Investitionen nicht auf die lange Bank schieben und gleichzeitig die finanzielle Handlungsfähigkeit im Blick behalten. Das ist nicht immer einfach, aber genau dafür braucht es eine klare Strategie und den Mut, Prioritäten zu setzen.“

 

Junge Menschen spielen in Ihrer Arbeit eine wichtige Rolle. Was hat sich in der Jugendarbeit getan?

Andreas Hübgen: „Mir ist wichtig, dass Jugendliche in unserer Gemeinde nicht nur gute Angebote vorfinden, sondern auch das Gefühl haben, dass sie gehört werden und etwas bewegen können.

Mit der Eröffnung des neuen Jugendzentrums in Uchtelfangen im April haben wir einen wichtigen Schritt geschafft. Damit haben wir jetzt vier Jugendzentren in unserer Gemeinde. Das sind Orte, an denen junge Menschen zusammenkommen, ihre Freizeit gestalten und eigene Ideen entwickeln können.

Und wir haben nicht nur in Räume investiert, sondern auch in Menschen. Wir haben einen Jugendsozialarbeiter eingestellt, der sich als fester Ansprechpartner um unsere Jugendzentren kümmert. Das ist ein echter Gewinn für die Jugendarbeit in Illingen. Bei meiner „JUZ-Tour“ konnte ich vor Ort erleben, wie viel Engagement unsere Jugend an den Tag legt.

Ein Projekt, das mir persönlich besonders viel Freude gemacht hat, war unsere Aktion ‚Junior-Bürgermeister‘. Einmal selbst Bürgermeister sein, die Verwaltung kennenlernen, Entscheidungen treffen und erleben, was hinter den Kulissen passiert. Das war für Lukas Steinmetz eine spannende Erfahrung. Ich finde, wir sollten jungen Menschen viel öfter die Möglichkeit geben, ihre Ideen einzubringen. Denn sie sind nicht nur die Zukunft unserer Gemeinde, sie sind schon heute ein wichtiger Teil davon. Den Junior-Bürgermeister wird es auch nächsten Jahr geben.“
 

Illingen hat ein vielfältiges Kultur- und Vereinsleben. Welche Bedeutung haben Kultur, Freizeit und Ehrenamt für Sie?

Andreas Hübgen: „Eine riesige, denn eine Gemeinde lebt nicht nur von Straßen, Gebäuden und Investitionen. Sie lebt vor allem von den Menschen, die sich engagieren, Veranstaltungen organisieren, Vereine am Leben halten und für Gemeinschaft sorgen.

Wir können wirklich stolz auf unser vielfältiges Vereinsleben sein. Auch deshalb unterstützen wir die Jugendarbeit unserer Vereine jährlich mit 40.000 Euro und stehen ihnen auch bei organisatorischen Fragen und Veranstaltungen zur Seite.

Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr natürlich das 25-jährige Jubiläum unserer Kulturpraline Illipse. Seit einem Vierteljahrhundert steht unser Kulturforum für ein tolles kulturelles Angebot weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Der große Festakt war ein schöner Anlass, auf diese Erfolgsgeschichte zurückzublicken. 

Ein vielseitiges Kulturangebot, gepaart mit guten touristischen Angeboten wie dem in diesem Jahr neue eröffnetet Erlebniswanderweg „Rund um deinen Fußabdruck“ und eine Wirtschaftsförderung auf Augenhöhe, mit Formaten wie dem Unternehmerstammtisch und dem Forum „Zukunft Wirtschaft 2026“ – das ist für mich positives Standortentwicklung im ländlichen Raum.

Und dann war da noch unsere Freibadsaison! Rund 62.000 Badegäste haben in diesem Sommer das Freibad Sonnenborn besucht. Das zeigt, welchen Stellenwert unser Freibad für die Menschen hat. Zum Saisonabschluss haben wir gemeinsam mit dem Förderverein noch einmal zum kostenlosen Schwimmen eingeladen und hatten sogar das ARD-Mittagsmagazin zu gast. 

Für mich sind solche Einrichtungen und Angebote ein ganz wichtiger Teil der Lebensqualität. Sie machen Illingen zu einer Gemeinde, in der man nicht nur wohnt, sondern gerne lebt.“
 

Klimaschutz, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit sind große Zukunftsthemen. Wie stellt sich Illingen hier auf?

Andreas Hübgen: „Wir wollen die Zukunft unserer Energieversorgung aktiv mitgestalten. Die Energiewende ist eine große Aufgabe, bietet aber auch enorme Chancen für unsere Gemeinde.

Deshalb stehen wir mit mehreren Projektierern in engem Austausch und prüfen Möglichkeiten, Wind- und Sonnenenergie in Illingen weiterzuentwickeln. Wichtig ist dabei, dass wir nicht einfach nur über einzelne Projekte sprechen, sondern die notwendigen Grundlagen schaffen und die Menschen bei den Planungen mitnehmen.

Mit unserer Solarstudie, dem Flächennutzungsplan-Wind (FNP-Wind) und der kommunalen Wärmeplanung arbeiten wir an den planerischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Energieversorgung.

Gleichzeitig verfolgen wir eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie. Dabei geht es nicht ausschließlich um Klimaschutz. Nachhaltigkeit bedeutet für mich auch, wirtschaftlich vernünftig zu handeln, Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen und unsere Gemeinde so weiterzuentwickeln, dass auch kommende Generationen gute Lebensbedingungen vorfinden.
Wir wollen hier vorausschauend handeln und die Chancen nutzen, die sich für Illingen ergeben.“
 

Drei Jahre liegen hinter Ihnen. Was haben Sie sich für die kommenden Jahre vorgenommen, und wie sieht Ihre Vision für Illingen aus?

Andreas Hübgen: „Wir haben in den vergangenen drei Jahren viel angestoßen. Jetzt geht es darum, diese Projekte konsequent weiterzuführen und erfolgreich umzusetzen. Darauf freue ich mich besonders.

Unsere neuen Feuerwehrgerätehäuser, die Grundschule Illingen, die Ganztagsschule in Hüttigweiler und die neue Kita im Burgpark werden uns weiter intensiv beschäftigen. Gleichzeitig wollen wir unsere Ortskerne stärken, das ehemalige Rehaklinik-Areal entwickeln und die kommunale Infrastruktur weiter modernisieren.

Auch die Zukunft unseres Hallenbades ist ein wichtiges Thema. Wir haben erste Mittel für die Planungen und Förderanträge vorgesehen. Und natürlich wollen wir die Digitalisierung unserer Verwaltung weiter vorantreiben, damit wir für die Bürgerinnen und Bürger noch besser erreichbar sind und Abläufe einfacher werden.

Meine Vision ist eine Gemeinde Illingen, die modern, lebendig und offen für Neues ist. Eine Gemeinde, die jungen Familien gute Perspektiven bietet, in der ältere Menschen gerne leben, unsere Unternehmen gute Rahmenbedingungen finden und das Ehrenamt einen festen Platz hat.

Mir ist aber auch wichtig zu sagen: Das alles ist keine Einzelleistung eines Bürgermeisters. Hinter den Projekten stehen viele Menschen. Unsere Ortvorsteher und -räte, der Gemeinderat, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, unsere Vereine, Unternehmen und zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger. Dafür bin ich sehr stolz und dankbar. Ich bin mit 37 Jahren noch ein relativ junger Bürgermeister, und ich habe große Lust, unsere Gemeinde weiter voranzubringen. Wir haben in drei Jahren schon viel bewegt, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Ich habe noch jede Menge Ideen und freue mich darauf, gemeinsam mit den Menschen in Illingen weiter anzupacken. Denn eines ist für mich klar: Eine gute Zukunft für unsere Gemeinde muss gemeinsam gestaltet werden!

 

weitere News